Der Einzug

Mittwoch, 2. November 2005

An(ge)kommen.

Erste Schritte ins neue Revier


Die Ankunft:
Was waren wir aufgeregt, als wir mit dem Transportkorb in der Hand vor der Tür der Züchterin standen. Hoffentlich verkraftet Nemo die bevorstehende Reise gut. Seine Reisebox fand er jedenfalls gleich recht interessant. Kaum war die Klappe weg, wollte er reinschlüpfen. Doch ein älterer dicker Kater kam ihm zuvor…

Als wir ihn schließlich auf der Rücksitzbank platzierten, begann das Gejammer. Ungefähr eine halbe Stunde beschwerte er sich herzzerreißend, bevor er einschlief und die restlichen vier Stunden Autofahrt nur gelegentlich aus müden Augen blinzelte.

Als wir ihm das Tor in seine neue Welt – unser ca. 30qm großen Wohnbereich – öffneten, interessierte ihn nicht sonderlich das Leckerli zu seinen Pfoten. Keine fünf Minuten dauerte es und er ging auf Erkundungstour durch sei neues Revier.

Er ist ein hübscher Bursche. Wir beide mussten uns zügeln, ihn nicht gleich von Platz weg zu knuddeln. Nein, erstmal sein überdachtes Häuschen für größere und kleinere Geschäfte zeigen. Das machten wir dreimal hintereinander. Und tatsächlich verrichtete er schließlich seine Dinge dort und macht es seit vier Tagen so. Meist miaut er kurz davor oder danach, wenn einer von uns in der Nähe ist. Was hat das zu bedeuten? Hey, kommt putzen oder bleibt fern, es könnte gleich etwas merkwürdig riechen? Also richtig stinkig wird es in der Tat bei größerer Geschäftstätigkeit... Wie Goldgräber sieben wir die dicken Klumpen und entsorgen sie erst einmal in einem bereitstehenden Müllsack.

Der Kapitän in Aktion.


Wir zeigten ihm den Katzenbaum. Doch am meisten liebt er derzeit den farbigen Federbüschel an einem Stab hinterher zujagen. Diesem Büschel folgt er auch bis zur höchsten Katzenbaumspitze und wieder runter.

Den gesamten ersten Abend über hatte er weder die Futternäpfe (wie die Züchterin füttern wir noch Trockenfutter und eine Dose Nassfuter pro Tag) noch den Wassernapf angerührt. Das machte mir ein wenig Sorgen. Die Züchterin hatte allerdings gemeint, dass dies am ersten Tag normal sei.

Kurz bevor ich zu Bett gehen wollte, versuchte ich ihn in die Küche zu locken. Nach mehrmaligen Rufen kam er angewackelt, miaute und schaute mich neugierig an. Sah sicher komisch aus, wie da so ein dicker Mensch im Schlafanzug auf dem Boden hockte. Als ich schließlich mit den Fingern auf den Trockenfutternapf zeigte, schnupperte er erst an dem Finger und fraß dann aus dem Napf. Gleiches beim Wasser. Ich musste erst mit den Fingern hinzeigen, bevor er sich dem Wasser hingab. Dann fing er an zu Schnurren, wälzte sich vor mir auf den Boden und sein kleiner, wuschliger Bauch bebte als ich in dort krabbelte. Danach war er wie ein Schosshündchen. Folgte mir miauend ins Bad, beobachte mich beim Zähneputzen.

Nemo und mein Schlafplatz der ersten Nacht


Meine Freundin wollte die erste Nacht auf der Couch im Wohnzimmer schlafen, damit der Kleine sich nicht ganz so allein fühlt. Doch sie war auch erschöpft von der langen Autofahrt und überließ die Couch mir… Ich schaute noch etwas Fernsehen. Nemo ergründete unterdessen weitere Bereiche des Wohnzimmers. Plötzlich miaute es unter dem Sofa und mit einem Satz war er auch schon oben bei mir. Schlafzeit. Vier Stunden schlief ich dann letztendlich auch, Nemo die ganze Zeit neben mir. Gegen halb sechs war für mich die Nacht aber vorbei.

Unser Tiger


Der erste Tag:
Ich stand auf, ging ins Bad mich waschen und auch der kleine Kater ließ nicht lange auf sich warten. Wir wiederholten das Spiel mit Futter und Wassernapf der letzten Nacht. Als er gefressen hatte, wollte er spielen. Miauend kreiste er um meine Beine, schnappte nach meinen Händen, sprang dann Schatten verfolgend durch den Flur. Endlich kam auch meine Freundin aus dem Schlafzimmer. Schichtwechsel. Ich ging ins Bett noch zwei Stunden im Federbett schlafen und sie kümmerte sich um unseren neuen Mitbewohner.

Nachdem wir gegen Mittag gefrühstückt hatten, war nirgends ein miauen oder rumpeln zu vernehmen. Nemo hatte sich in sein Häuschen im Katzenbaum verzogen und schlief. Wir beschlossen den schönen Herbstnachmittag für einen Spaziergang zu nutzen. Hatten allerdings etwas bedenken, den Kleinen allein zu lassen. Vorsichtig, jeden Schritt mit Bedacht ausführend und flüsternd, verließen wir die Wohnung. Als wir nach eine Stunde wieder in unserem Dachgeschoss ankamen, schaute er kurz auf und döste weiter.

Die Ruhe vor dem Sturm. Ausgeruht und putzmunter ging seine Erkundungstour am Abend weiter. Wir wollten eine DVD („Sideways“) anschauen. Doch Nemo hatte keine Lust, weiter träge rumzuliegen. Laut miaute er. Um seiner Forderung nach Beschäftigung Nachdruck zu verleihen kratze er in den Ecken an der Tapete, sprang auf den Couchtisch. Alles vorgesehene Tabus… Immer wieder hoben wir ihn vom Couchtisch, setzten ihn zum Kratzbaum. Den Film ließen wir dann weiterlaufen ohne der lahmen Handlung noch zu folgen. Dem Kater bei seinen wilden Sprüngen nach den Federn zu beobachten, war amüsanter und abendfüllend.

Meine Freundin war schon im Bett. Ich wollte gegen halb zwei auch dahin. Diese Nacht sollte seine erste „einsame“ Nacht werden. Also spielte ich noch einmal ausgiebig mit ihm. Leistete ihm wieder am Futternapf Gesellschaft. Ich füllte gerade frisches Wasser nach, während aus dem Bad Kratzgeräusche hörbar waren. Als er mich dann miauend gefunden hatte, gab es noch einmal Bauchfellpflege durch krabbelnde Finger. Schließlich trug ich ihn in das Häuschen auf seinem Katzenbaum und schlich mich gegen halb vier zur Schlafzimmertür. Erstaunlicher Weise miaute er nur einige wenige Mal. Dann war Ruhe und ich schlief ein.



2./3. Tag:
Langsam scheint sich ein Rhythmus abzuzeichnen. Vormittags nachdem er mitbekommen hat, dass die zwei Großen sein Revier durchkreuzen, macht Nemo laut miauend auf sich aufmerksam und will dann bespielt werden. Den Nachmittag über zieht er sich auf den Baum oder falls einer von uns in der Nähe ist, an dessen Seite kuschelnd, zum Schlafen und Dösen zurück. Nur um dann gegen Abend wieder aktiv mit uns und den Gegenständen in der Wohnung zu spielen. Besonders anhänglich wird er, wenn nur noch einer von uns wach ist. Dann folgt er auf Schritt und Tritt, umkreist miauend unsere Füße, wirft sich beim Kraulen auf den Rücken und schnurrt. Er ist dann eine kleine Klette. Es scheint, dass er uns akzeptiert hat.

Immer noch versucht er, wenn wir uns auf der Couch breit machen, den Tisch davor zu erobern. In die meisten Ecken haben wir inzwischen Spielzeug oder Versteckmöglichkeiten aufgestellt. Es sieht so aus, dass er allmählich den Kratzbaum statt der Tapete zum Schärfen seiner Krallen zu nutzen weiß. Aber da bin ich noch skeptisch. Mit dem Katzenklo gibt es (noch?) keine Probleme. Er nutzt es mehrmals am Tag und wir fanden bisher nix außerhalb dieser Lokalität. Der Bursche ist ein kleines Prachtexemplar. Bisher verliefen die ersten Tage ohne Probleme. Er miaut ziemlich oft. Meist aber immer dann, wenn er keinen von uns sieht. War er während der ersten zwei Tage oft noch etwas Scheu, wenn wir uns ihm erhobenen Ganges näherten, hat sich das mittlerweile gegeben. Manchmal ähnelte er im Verhalten einem Hund. Gerade wenn er nach längeren Schlafphasen wieder aktiv wird, folgt er uns überall hin und schaut sich dann die jeweilige Umgebung genau an. Ist gerade kein Federbüschel zu Stelle, dann jagt er sehr gern den eigenem Schwanz hinterher – egal ob er dabei auf dem Rand der Badewanne balanciert…

Der Kapitän in Aktion.
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